In allen Bereichen ist die kulturelle Struktur der heutigen Türkei, ein Spiegelbild der türkischen Geschichte. Aufgrund der geographischen Lage gibt es Einflüsse die vielfältiger kaum sein können. Die östlichen und westlichen Kulturen, die Kulturen des Mittleren Ostens, des Mittelmeeres und des Islams waren alle präsent und hinterließen ihre Spuren. Anatolien ist eines der ältesten Siedlungsgebiete der Erde und besitzt mit seiner mehrere tausend Jahre alten Geschichte einen selten anzutreffenden kulturellen Reichtum. Dieser kulturelle Reichtum zeigt sich auch darin, dass sehr nahe aneinander liegende Regionen große unterschiedliche kulturelle Ausprägungen aufweisen.
Türkische Musik
Die Vielfältigkeit in der allgemeinen kulturellen Struktur spiegelt sich naturgemäß auch in der Musikkultur des Landes wieder. Als Urlauber wird man hauptsächlich mit folgenden Stilrichtungen hören:
Traditionelle / Regionale Musik
Wie auch in Deutschland ist diese Musik von Region zu Region unterschiedlich. Darin enthalten sind die klassischen Volklieder sowie religiöse und weltliche Musik.
Türkische Popmusik
Die türkische Popmusik ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Ob aus vorbeifahrenden Autos, in Imbissen,… - überall ist sie zu hören. Oft werden für den Text aktuelle Themen aufgegriffen, was der türkischen Popmusik in allen Gesellschaftsschichten zum Durchbruch verholfen hat. Sie hat sowohl westliche als auch arabische Einflüsse. Dadurch entstanden neue Musikrichtungen wie T-Pop und Anadolu Rock. Auch hier zeigt sich die Türkei als Brücke zwischen den Kulturen. Erfolgreiche Stars wie Tarkan
(siehe CD Tipp links), Sezen Aksu oder Mustafa Sandal sind weltberühmt. Zuhause angehört ist die türkische Popmusik eine wunderbare Einstimmung oder Erinnerung an einen Türkeiurlaub.
Bauchtanz - Orientalischer Tanz
Der Bauchtanz ist nicht direkt türkischen Ursprungs, aber dennoch verbinden viele Urlauber den Bauchtanz mit der Türkei. Für Interessierte findet sich während einem Türkei Urlaub bestimmt auch die Gelegenheit, eine solche Tanzdarbietung live zur erleben.
Der deutsche Begriff Bauchtanz (engl. Belly Dance) bezeichnet Tänze, die zu orientalischer Musik aufgeführt werden. In der arabischen Welt wird der Tanz "Raqs Sharqi" genannt. Aufgrund der wörtlichen Übersetzung "Tanz des Ostens", ist die deutsche Bezeichnung "Orientalischer Tanz" am
besten geeignet. Bauchtanz wird auch oft mit Striptease in Verbindung gebracht, obwohl dieser Vergleich völlig ungerechtfertigt ist und ernsthafte Tänzerinnen und ihre Tanzkunst beleidigt.
Der Orientalische Tanz hat seine Wurzeln in den Folkloretänzen des Nahen Ostens. Der Showtanz, der heute damit gemeint ist, entwickelte sich aus diesen Wurzeln in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts v.a. in Beirut, Damaskus und in Kairo. Durch hervorragende Tänzerinnen wie Samia Gamal, Tahia Carioca, Naima Akef und später Nagua Fouad Suher Zaki oder Fifi Abdo wurde der Orientalische Tanz auch außerhalb der Arabischen Welt bekannt.
Neben vielen anderen sind heute Tänzerinnen wie Suhaila Salimpour, Ansuya, Delilah, Cassandra, Dalia Carella, Suzanna Del Vecchio, Morocco, Latifa und Helena Vlahos weltbekannt.
Wer sich für die bunte und abwechslungsreiche türkische Geschichte interessiert, sollte sich überlegen, ob er nicht eines der zahlreichen Museen des Landes besucht. Zur Orientierung finden sie hier eine kleine Auflistung von Museen, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
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