Bursa (ca. 1,5 Mio. Einwohner) ist die viertgrößte Stadt der Türkei und liegt wunderschön zu Füßen des über 2.500 m hohen Berges Uludag und am Nilüfer-Fluss. Man erreicht sie nach ca. 150 km in südlicher Richtung von
Istanbul aus.
Sie ist bekannt für ihre Thermal- und Schwefelquellen. Diese wurden bereits im Altertum
geschätzt. Bursa war die erste Hauptstadt der Osmanen, bevor später dann
Istanbul Hauptstadt wurde.
Heute heißt die Hauptstadt der Türkei
Ankara.
Oft wird die Stadt auch als “Grünes Bursa” (Yesil Bursa) bezeichnet, da sie über viele Parks und Grünanlagen verfügt und in einer fruchtbaren Ebene aufgrund der Nähe des
Nilüfer-Flusses liegt. Deshalb spielt der Anbau von Obst auch eine große Rolle in Bursa.
Heute ist die Stadt ein bedeutender Industriestandort, v.a. für die Automobil- und Stahlindustrie. Auch
mehrere ausländische Firmen haben einen Sitz in Bursa, z.B. die Robert Bosch GmbH.
Die Textilindustrie spielt hier eine wichtige Rolle. So ist die Stadt z.B. ein
bedeutendes Zentrum für den Handel und auch die Produktion von Seide und Frotteewaren. Der Seidenhandel findet im Koza Han statt. Dieses Gebäude liegt im gleichnamigen Park und wurde 1490 erbaut. In der Nähe davon liegen das Basargebäude, die Karawanserei und ein Antiquitätenmarkt.
Anreise
Neben den üblichen Möglichkeiten wie Fernbusverkehr
und über Strassen ist Bursa auch über die rund 30 Kilometer entfernten Städte Gemlik und Mudanya
mit der Fähre zu erreichen.
Sehenswürdigkeiten - Sightseeing in Bursa
Neben den zahlreichen Moscheen, von denen einige im folgenden genauer vorgestellt werden, gibt es in Bursa mehrere Synagogen und die französische Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Dies zeigt, dass Bursa eine kulturell gesehen sehr abwechslungsreiche Stadt ist.
Grüne Moschee - Yesil Cami
Die die Grüne Moschee (Yesil
Cami) wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Wände des achteckigen Baus sind mit den für Bursa berühmten grünen Kacheln verziert. Manche sagen, dass der Zusatzname für Bursa - "grüne
Stadt" - nicht allein von der Vegetation stammt, sonder auch von den berühmten Kacheln.
Große Moschee - Ulu Cami
(Bild links)
Die größte Moschee der Stadt ist wie der Namen schon sagt, die "Große Moschee"
(Ulu Cami). Der beeindruckende Bau mit seinen 20 Kuppeln stammt ebenfalls aus dem 15.Jahrhundert. Neben der besonderen Brunnenanlage,
die zum rituellen Waschen vor dem Beten dient, sind vor allem die vielen Handschriften
an den Wänden (Kalligraphien - siehe Bild links) sehenswert.
Wegen des Bilderverbots im Koran haben sich in diesem Kulturkreis die Handschriften zu einer eigenen Kunstform entwickelt, da ja nur die Schrift alleine zur Gestaltung besonders ansprechende Schriften dienen durfte.
Bazar
Der Bazar von Bursa sollte auf keinem Besuchsprogramm fehlen. Von türkischer Handwerkskunst über Stoffe und Textilien alles ist dort inklusive einer schönen Atmosphäre zu haben.
In Bursa kann man die vorzügliche türkische Küche genießen. In dieser Stadt wurde der weltweit beliebte Kebap im 19. Jh. erfunden, den man hier natürlich auch unbedingt probieren sollte. Gleich mehrere Lokale bzw. Imbisse rühmen sich damit, der "Erfinder" zu sein. Kandierte Maronen und Spezialitäten Ynegöl Köftesi, eine Frikadellenart, sind eine weitere lokale Spezialitäten.
Restaurant Tipps - Wie finde ich ein gutes Restaurant (Restoran) in Bursa?
Konkrete Empfehlungen für einzelne Restaurants möchte ich an dieser Stelle nicht geben, da sich bei einem Besitzerwechsel o.ä. die Situation schnell ändern kann. Wirkliche Geheimtipps wird man auch in keinem Reiseführer finden, da durch die Veröffentlichung das Restaurant meistens von Touristen überlaufen wird, wodurch meistens dann die Qualität nach unten und die Preise nach oben gehen.
Ich möchte aber einige Tipps geben, wie man die Chance erheblich vergrößert, ein wirklich gutes Restaurant zu finden. Wo ist es gut? "Gut" ist es natürlich dort, wo es gut schmeckt. "Gut" ist für mich außerdem eine authentische, nicht an Touristen angepasste Küche ohne große Zuhilfenahme von Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und Fertigprodukten. Natürlich gehört zu einem guten Restaurant auch freundliches Personal und ein Preisniveau, das der angebotenen Leistung entspricht. Das heißt aber auf keinen Fall: so billig wie nur irgendwie möglich!
- Für mich ist ein wichtiges Kennzeichen für ein gutes Restaurant, dass viele Einheimische bzw. Stammgäste dort zu Gast sind. Das sieht man meist auf den ersten Blick. Es ist das gleiche wie zu Hause. Stammgäste gibt es nur in den guten Restaurants. In einem schlechten Restaurant werden v.a. Einheimische höchstens einmal und dann in der Regel nie wieder essen.
- Meistens finden sich gute Restaurants mit angemessenen Preisen nicht direkt an den Straßen und Plätzen, wo sich überwiegend Touristen aufhalten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zwei oder drei Straßen abseits des Rummels oft die Restaurants mit besserer Qualität und auch besseren Preisen sind.
- Restaurants, die es nötig haben, Passanten direkt auf der Straße anzusprechen (teilweise sehr vehement, mit eigens angestellten Werbern) sind meistens eine sehr schlechte Wahl. Es hat seinen Grund, warum Gäste nicht von alleine kommen...
Hinweise zum Restaurantbesuch in der Türkei
Naseputzen bei Tisch, auch am Nachbartisch im Restaurant, wird von der türkischen Bevölkerung als eklig angesehen. Etwa vergleichbar mit lautem Rülpsen bei uns. Falls es notwendig ist, sollte man dazu ein WC aufsuchen.
Die Schattenspiele werden schon seit dem 14. Jahrhundert aufgeführt. Der Legende nach sollen sie aufgrund der Geschichte von einem Sultan und zweier Arbeiter (Hacivat und Karaköz) der Ulu Moschee entstanden sein. Da der Bau der Moschee wegen der nicht gerade zügigen Arbeitsweise der Beiden nur langsam voran ging, ließ der Sultan sie köpfen. Da er den Entschluss schnell bereute, wurden Figuren angefertigt, die hinter einer Leinwand als Schattenfiguren auftraten. Sie sollten so den Sultan helfen und trösten über seinen falschen Entschluss hinwegzukommen. nach oben
Umgebung von Bursa - Uludag Nationalpark
Der
Uludag Nationalpark liegt ca. 37 km von Bursa entfernt und ist eines der bekanntesten und beliebtesten Zentren für Wintersport in der Türkei. Ja, sie lesen richtig. Es gibt nicht nur Sonne und Meer, sondern auch Skispaß in der Türkei. Die beste Zeit dafür sind die Monate Dezember bis April.
Im Skigebiet von Uludag gibt mehrere Sessel- und Schlepplifte, die ca. 30 gut präparierte Pisten erschließen. Da Skifahren bei der türkischen "High Society" sehr angesagt ist, sind weitere geplant. Wenn man mit Skiern oder Snowboard die Hänge hinab fährt, hat man manchmal das Gefühl in den Alpen zu sein. Nur ein paar Kleinigkeiten sind anders. Es ist noch ein weniger ruhiger als im Massenbetrieb der großen Skiorte in den Alpen. Zum Aufwärmen gibt's auch keinen Glühwein oder Jagertee, sondern Sahlep. Dieses heiße, alkoholfreie Getränk ist sahneähnlich und mit Zucker, Zimt und allerlei Gewürzen verfeinert. Man sollte es unbedingt probieren.
Aber auch außerhalb dieser Zeit lohnt sich ein Besuch im
Nationalpark. Auf den Gipfel fährt sogar eine Seilbahn. Diese wurde
1963 installiert und war die erste Seilbahn in der ganzen Türkei.
Auch mit dem Auto oder Bus kommt man in gut einer Stunde auf den
Berg.
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